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Wie systemisches Coaching entstanden ist und warum es heute so viele Menschen nutzen

  • Autorenbild: Martin Hommel
    Martin Hommel
  • vor 6 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

Systemisches Coaching ist keine einzelne Methode, die irgendwann von einer Person erfunden wurde. Es ist eher eine Denkweise, die aus verschiedenen wissenschaftlichen und therapeutischen Ansätzen entstanden ist: vor allem aus der Familientherapie, der Systemtheorie und der Kommunikationsforschung. 


Wie systemisches Coaching entstanden ist und warum es heute so viele Menschen nutzen

Der Ursprung: Warum manche Probleme immer wieder zurückkommen


In den 1950er Jahren arbeiteten viele Therapeut*innen in den USA mit psychisch erkrankten Menschen, besonders mit Jugendlichen und Menschen mit schweren psychischen Krisen.

Dabei fiel etwas auf: Selbst wenn Therapien zunächst erfolgreich waren, tauchten viele Probleme nach kurzer Zeit wieder auf. 

Mit der Zeit entstand die Vermutung, dass Probleme nicht isoliert innerhalb einer einzelnen Person entstehen, sondern auch mit Beziehungen, Kommunikation und dem sozialen Umfeld zusammenhängen.

Therapeut*innen begannen deshalb, nicht mehr nur mit einzelnen Menschen zu arbeiten, sondern ganze Familien in Gespräche einzubeziehen. Daraus entwickelte sich die Familientherapie und später die systemische Therapie. 


Gregory Bateson und die Idee vom „System“


Eine zentrale Rolle spielte dabei der Anthropologe und Wissenschaftler Gregory Bateson.

Bateson beschäftigte sich mit Kommunikation, Beziehungen und Mustern zwischen Menschen. Statt Verhalten isoliert zu betrachten, fragte er:


Was passiert zwischen Menschen?


Er war einer der ersten, der systemtheoretisches Denken in die Psychologie und Therapie brachte. Die Grundidee: Menschen beeinflussen sich gegenseitig permanent. Verhalten entsteht immer in Wechselwirkungen. Ein Streit in einer Beziehung zum Beispiel hat selten nur „eine Ursache“. Häufig stabilisieren beide Seiten unbewusst bestimmte Muster immer wieder gegenseitig. 


Von der Familientherapie zum Coaching


In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich das systemische Denken weiter.

Wichtige Einflüsse kamen unter anderem von:


  • Virginia Satir

  • Paul Watzlawick

  • Niklas Luhmann

  • Salvador Minuchin


Ab den 1980er Jahren wurden systemische Ansätze nicht mehr nur in der Therapie eingesetzt, sondern zunehmend auch:


  • in Beratung

  • in Supervision

  • in Organisationsentwicklung

  • in Führungskräfteentwicklung

  • und schließlich im Coaching. 


Dadurch entstand das, was heute meist als systemisches Coaching bezeichnet wird.


Was bedeutet „systemisch“ heute eigentlich?


Systemisches Coaching betrachtet Menschen nicht isoliert.

Es schaut immer auch auf:


  • Beziehungen

  • Rollen

  • Kommunikationsmuster

  • Erwartungen

  • Arbeitskontexte

  • Familienstrukturen

  • gesellschaftlichen Druck


Die Grundannahme ist: Probleme entstehen selten „einfach in einer Person“. Oft hängen sie mit den Systemen zusammen, in denen Menschen leben und arbeiten. Deshalb geht es im systemischen Coaching weniger darum, Menschen zu „reparieren“. Sondern eher darum, Zusammenhänge sichtbar zu machen.


Wo wird systemisches Coaching heute eingesetzt?


Heute wird systemisches Coaching in sehr unterschiedlichen Bereichen genutzt:


  • berufliche Veränderung

  • Konflikte im Team

  • Überforderung und Stress

  • Entscheidungsfindung

  • Führung

  • Beziehungen

  • kreative Blockaden

  • Selbstständigkeit

  • persönliche Krisen


Auch in Unternehmen wird systemisches Denken inzwischen häufig genutzt, etwa in:


  • Change-Prozessen

  • Teamarbeit

  • Kommunikation

  • Organisationsentwicklung. 


Kein starres Konzept

Wichtig ist: Systemisches Coaching ist kein festes Regelwerk. Es gibt unterschiedliche Schulen, Methoden und Denkansätze. Gemeinsam ist ihnen vor allem die Haltung: Menschen lassen sich nicht losgelöst von ihrem Umfeld verstehen.

Oder einfacher gesagt: Manchmal ergibt etwas erst Sinn, wenn man das ganze Bild anschaut.


 
 
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